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2007 - 2008

"Patrioten zur Lage der Nation"

Theaterspektakel mit Kurzfilm und Musik

 

 

Das abendfüllende Werk „Patrioten zur Lage der Nation“ stellt einen alternativen Zugang zum Medium Theater dar. In dichter Abfolge werden, Schauspiel, Musik, Tanz und Kurzfilm zu einer kompakten Einheit verschmolzen.

Handlung: Ein junger, erfolgreicher Anwalt wird aus seinen Alltagsbahnen geworfen, als ihn seine Freundin wegen eines Immigranten verlässt. Anstatt zu arbeiten, liegt er halb wach, halb träumend auf der Couch und zappt sich melancholisch durch unzählige Fernsehkanäle. Auf der Bühne materialisieren sich nach und nach seine Gedanken, tauchen Szenen aus seiner Vergangenheit auf, vermischen sich mit den TV-Bildern und entwickeln ein scheinbar unkontrolliertes Eigenleben. Liebeskummer, Rassismus, Heimatgefühl, Machtlosigkeit gegenüber dem Leid in der Welt,... Wird ihn dieser Nachdenkprozess aus seiner Lethargie befreien, oder wird er weiterhin auf der Couch dahinvegetieren? Und warum "funktioniert" der einst erfolgreiche Karrieremensch nicht mehr?
"Patrioten zur Lage der Nation" ist der tragikomische Versuch, Lebensart, Umfeld und Perspektiven des Individuums von heute zu beleuchten - in einer globalisierten Welt, die verunsichert.

 

Ein Stück von Alfred Burian und Miloš Wächter.
Mitwirkende (alph.): Patrick und Dominik Filipczak, Michael Gams, Georg Handler, Albert Huber, Elisabeth K, Christian M, Thomas Mittersteiner, Manuel Müllneritsch, Matthias Nadrag, Josef Prenner, Sylvia Schurian, Amelie Schwank, Robert Sposato, Philipp Stromer, Alex Zojer, div. Fotokünstler

2007 Uraufführung im Park Hotel Villach

2008 Österreich-Tournee

 

 

Bizarre Figurenvielfalt und rasante Rollenwechsel
Die SchauspielerInnen der Gruppe zeigten vollen Körpereinsatz und überraschten mit rasanten Kostüm- und Rollenwechseln: Opernarien trällernde Vögel, ein faschistoider Sepp Forcher, ein durchdrehender Bundeskanzler, ein Hauptdarsteller, der sich selbst verprügelt, der Slowenenfeindliche Prolo-Kabarettist Rohwert, der das Publikum mit seinen Mikro-Konfrontationen in die Enge treibt, der Hausverstand aus der TV-Werbung, der Leberkäs- und Sassaka-Künstler Jelinek, die verführerische Tamara aus Tasmanien, Burger fressende Alptraumgestalten, etc... Ein Höhepunkt der Darbietung war wohl die Persiflage auf die Villacher Faschingsgilde, bei der – anstatt der gewohnten "Gardenmädels" – acht junge Männer spärlich mit rot-weiß-roten Socken bekleidet über die Bühne marschierten und "Can Can" tanzten (siehe Foto). Als diese dann plötzlich die Hand zum Hitlergruß ausstreckten und Zitate von FPÖ, BZÖ, SPÖ und ÖVP-Politikern aus den letzten Jahrzehnten vortrugen, blieb so manchem Besucher das Lachen im Hals stecken: Ein Hinweis auf den unpassenden Faschingsbeginn am 11.11. – just zu jener Zeit, als mit den brutalen Novemberpogromen 1938 die nationalsozialistische Judenverfolgung begann und eher Gedenkveranstaltungen als Faschingstreiben angebracht wären.

 

Die bedenklichen Originalzitate der Sockenpatrioten
In lächerlichem Aufzug brüllten die "Sockenpatrioten" rechtsextreme Zitate ins Publikum. Bestürzend ist, dass die Zitate von österreichischen Nachkriegspolitikern in elitären Positionen stammen, vorwiegend aus den letzten Jahren:

“Unsere Ehre heißt Treue.”
Ernest Windholz, FPÖ (jetzt BZÖ), Nationalrats- und Landtagsabgeordneter, 2000, Spiegel.de

„Ich bin stolz darauf, ein hochgradiger Hitlerjunge gewesen zu sein.“
Leopold Wagner, SPÖ, Kärntner Landeshauptmann, 1975, derStandard.at, http://orfbury.net/virtual_diplomacy/

„…im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht…“
Jörg Haider, FPÖ (jetzt BZÖ), Kärntner Landeshauptmann, 1991, ORF

„Sie sind ein Saujud.“
Alois Scheibengraf an Bruno Kreisky gerichtet, ÖVP, Nationalratsabgeordneter, 1966,
http://www.jm-hohenems.at/mat/504_zitate_politiker.pdf

Nationalsozialisten: „Beeindruckend … was die damals für ein Wirtschaftsprogramm aufgestellt haben“
Veit Schalle, BZÖ, Nationalratsabgeordneter, 2006, WienerZeitung.at

“Die Juden treiben’s noch so weit, bis sie wieder eine am Deckel kriegen.”
Hans Asamer, ÖVP, Bürgermeiser von Ohlsdorf, 2000, Profil vom 10.7.2000, Nr.28/00

„Gaskammern? Ich halte mich da raus! Ich glaube alles, was dogmatisch vorgeschrieben ist.“
John Gudenus, FPÖ, Nationalratsabgeordneter, 1991, ORF
2006 wegen Wiederbetätigung verurteilt.

“Neu, Attraktiv, Zielstrebig, Ideenreich.”
Reinhard Gaugg buchstabiert "NAZI", FPÖ, Vizebürgermeister Klagenfurt, 1993 (später Nationalratsabgeordneter), Falter.at
 

Zitate gemäß den jeweils angegeben Quellen.

 

 

 

 

Photoalben

 

 

...Eindrücke von der Tournee

 

 

 

...Eindrücke von der Uraufführung

 

   
       
   

mehr zur begleitenden Sockenaktion

 

       
   

Dieses Projekt wurde von der Stadt Villach gefördert. Die Tournee 08 wurde unterstützt von Unisport und der HTU Wien.

Vielen Dank!

 

   
   
   
 

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